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Uraufführung eines Films                                                     23. Juni 2022

Bernhard Schopmeyer - ein Visionär

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung hatte in das Museum Industriekultur eingeladen. Der Film zeigt das Leben des Osnabrücker Nazi-Gegners, der sechs Wochen nach dem Zweiten Weltkrieg erschossen wurde. Hermann Haarmann hat den knapp 20 Minuten langen Film gedreht. Der Titel: „Mord im Bürgerpark. Warum musste Bernhard Schopmeyer sterben?“

Im Film wird das Leben Schopmeyers ergründet – seine Jugend in Hagen am Teutoburger Wald, wo er 1900 geboren wurde, seine Tätigkeit als Arbeitersekretär im Bistum seit den 1920-er Jahren in Osnabrück, sein politisches Engagement in der  katholisch orientierten Zentrumspartei im Rat der Stadt und als Abgeordneter in Hannover – und vor allem sein Wirken gegen den Nationalsozialismus. Im Zweiten Weltkrieg schloss er sich dem christlichen Widerstand an.

Bereits im Krieg schrieb er in einem Brief über seine Vision von einem vereinigten Europa ohne Gewalt und über seinen Wunsch nach der Ökumene, die er als „Wiedervereinigung im Glauben“ bezeichnete. Nach dem Krieg wurde er wieder politisch aktiv: Er zählt zu den Mitbegründern der CDU in Osnabrück. Er wollte die Karrieren von Nationalsozialisten beenden, die als Lehrer oder in der Justiz gearbeitet hatten. Und er forderte, dass Nationalsozialisten ihre Wohnungen zugunsten von Ausgebombten räumen. Mit diesen Forderungen hatten Nationalsozialisten ein Motiv für den Mord, berichtet der Historiker Michael Schwarzwald in dem Film.

Ebenfalls zu Wort kommen drei der Kinder von Bernhard Schopmeyer, der frühere Präsident des Europaparlaments Hans-Gert Pöttering, Bischof Franz-Josef Bode und August Oevermann, der das Grab Schopmeyers auf dem Hasefriedhof pflegt.  

In einer kurzen Ansprache sieht Bischof Bode in Bernhard Schopmeyer ein Vorbild in Zeiten des Populismus und der Gewalt von Neonazis.

Zum Starten des Film, auf das Bild klicken.